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Latein
IX.XI.MMVI  
Architektur: Tempel

Ein Römischer Tempel ist eine Abwandlung eines Griechischen Tempels. Deshalb folgt zunächst die Beschreibung des griechischen Tempels.

Der Griechische Tempel

Im Zentrum des Tempels stand die Götterstatue (Abb. 1), die Tempel stellten ein Haus dieser Statue dar. Ursprünglich waren die Statuen eher klein und aus Holz, später waren sie riesig (bis zu 10 m hoch) und aus Gold und Elfenbein, In einiger Entfernung stand ein Altar (Abb. 2), auf dem die Opfergaben (z.B. Wein, Opferkuchen, Weihrauch, aber auch lebendige Tiere) dargebracht werden. Der heilige Ort, wo die Statue steht, darf nicht mit Blut in Berührung kommen, deswegen steht der Altar immer in ausreichender Distanz.

Um die Staute herum wurde ein Gebäude errichtet, zunächst aus Holz und Lehm, später aus Stein (cella). Es ist rechteckig, hat keine Fenster und ist und nach vorne und manchmal auch nach hinten offen. Das Dach ist spitz.

Beim Eingang wird ein kleines Vordach gebaut, das von Säulen gestützt wird (Pronaos). Damit der Tempel gleichmässig aussieht, wird dieses Dach mit Säulen auch hinten gebaut (Opisthodom). Damit sind die beiden Hauptmerkmale des antiken Tempels schon vorhanden: Die solide Mauer und die Säule (Abb. 3)

In einem weiteren Schritt werden die Säulen, die ursprünglich nur an den Querseiten standen, um das gesamte Gebäude gebaut (Peristasis), manchmal sogar in 2 oder drei Reihen hintereinander (Abb. 4). Sie können auch im Innern des Tempels stehen, wo sonst nur die Statue ist (Abb. 5). Nun ist der Tempel vollständig: Ein Gebäude aus soliden Mauern mit einer Reihe von Säulen rundum und einem spitzigen Dach. Er steht auf drei niedrigen Stufen, die ringsum geführt werden (Stereobat: Abb. 6)

Es gibt viele Möglichkeiten für Verzierungen aller Art. Hier die wichtigsten:

Säulen:
Der Schaft der Säule kann mit halbrunden Kerben versehen werden (Kanneluren, Abb. 7) Die Spitze der Säule wird mit einem "Köpfchen" versehen (Kapitell). Es gibt 3 Arten von Kapitellen: dorisch, jonisch, korinthisch (Abb. 8)

zwischen Säule und Dach:
Das Dach liegt nicht direkt auf die Säulen auf, sondern auf ca. 1 m hohen Querbalken. Diese werden mit Bildern, Reliefs (Metopen Abb. 4 & 9), Pflanzenmotiven oder geometrischen Mustern (Triglyphen Abb. 4 & 9) verziert.

Dach:
Bei den beiden kurzen Querseiten entsteht zwischen den Säulen und dem Dach ein dreieckiges Feld, der Giebel (Abb. 9). Hier werden je nach Tempel bis zu 3 m grosse Statuen gesetzt. In der Mitte meistens die Gottheit, welcher der Tempel geweiht ist. Links und rechts der zentralen Figur werden die Statuen immer kleiner, bis sie schliesslich in den beiden Ecken meistens liegend dargestellt werden (Abb. 10)
Auf der Spitze des Daches an der Vorder- und Hinterseite befinden sich oft grosse scheiben-, pflanzen- oder menschenförmige Aufsätze (Akroter Abb. 10 & 11).