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Römische Kleidung: Männer
Die toga
Die toga steilte die offizielle Bekleidung des Römers dar, das Kleidungsstück, das er anlegen musste, wenn er ein öffentliches Amt ausübte. Jeder in Rom, der nicht mit einem Sklaven oder einem bescheidenen Tagelöhner verwechselt werden wollte, musste eine toga tragen. Die toga bestand aus einem einzigen Stück Stoff. Es war aus weisser Wolle gewoben und war im Verlauf der verschiedenen geschichtlichen Epochen unterschiedlich geschnitten. Zur Zeit der Republik (500 v. Chr. - ca. 0) hatte dieser Stoff die Form eines Halbkreises und ähnelte stark einem Umhang. Er wurde so um den Körper gelegt, dass ein recht eng anliegendes Kleidungsstück entstand. Diese toga wurde in der Kaiserzeit (ca. 0 - 400 n.Chr.) durch eine weitere und längere toga ersetzt, die eine grosszügige Drapierung (Faltenwurf) hatte. Der Stoff hatte die Form einer Ellipse und benötigte viel mehr Stoff: Für einen 1,80 m grossen Mann war eine Länge von 5 m zwischen den beiden Enden erforderlich. Es war daher schwieriger, sie anzulegen. Das wichtigste beim Anlegen der toga war, die Falten bereits am Abend vorher sorgfältig anzuordnen, so dass sie beim Moment des Anziehens nicht zerknittert waren. Für diese äusserst wichtige Aufgabe war es notwendig, einen Sklaven zu haben. Jener kümmerte sich um die toga und half dem Herrn beim Anziehen. Um die toga anzulegen, musste man sie auf der linken Schulter derart auflegen, dass sich der geradlinige Saum beim Hals befand. Anschliessend gab es zwei Alternativen. Entweder führte man den Stoff unter der rechten Achsel vorbei und zur linken Schulter zurück. Auf diese Weise wurden beide Enden über die linke Seite des Körpers geworfen: eines nach vorne und eines nach hinten Oder man liess den Stoff auch über die - rechte Schülter und den - rechte Arm gleiten, bevor man ihn auf die linke Schulter zurückführte. Die toga wurde im Alltag nicht gerne getragen. Da sie von weisser Farbe war, verschmutzte sie leicht, und es war ziemlich schwierig, sie würdig zu tragen, da vieles von der richtigen Anordnung der komplizierten Drapierung (= Faltenwurf) abhing.
Die tunica
Was trug der Römer unter der toga? Ein sehr schlichtes Gewand namens tunica. Sie war aus Wolle gefertigt und bestand aus zwei Teilen, die zusammengenäht waren und bis auf die fielen.. Eine tunica aus Leinen diente als Unterhemd. Die tunica wurde in der Taille durch einen Gürtel gehalten, wobei man den Stoff etwas über den Gürtel hängen liess, so dass dieser nicht mehr sichtbar war. Die Tunika ohne Gürtel zu tragen, widersprach dem guten Benehmen. Zu Hause trug der Römer normalerweise die tunica. Ungefähr 200 n.Chr. kam die Mode auf, eine Tunika mit langen Ärmeln zu tragen. In demselben Zeitraum verbreitete sich vor allem in den kühlen Regionen des Imperiums die Angewohnheit, lange, an den Beinen enganliegende Hosen zu tragen, welche zuvor nur die "Barbaren", also nichtrömische Völker wie Gallier oder Germanen trugen. Als Unterwäsche benützten man den subligar, einen breiten wollenen Stoffstreifen, der so um die Hüften gebunden wurde, dass ein Zipfel zwischen den Schenkeln hindurchführte, womit die Schamteile bedeckt wurden.
Der Mantel
Obwohl Rom ein sehr mildes Klima hatte, konnten die bisher beschriebenen Kleidungsstücke nicht die winterliche Kälte fern halten. Oft trug der Römer über der Tunika einen Umhang. Der bekannteste Umhang war die paenula, ein weites Stück Stoff mit einer Öffnung in der Mitte, durch die man den Kopf stecken konnte. Sie hielt die Kälte ab und schützte gegen das schlechte Wetter. Die paenula wurde bald vom einfachen Bürger als Ersatz der toga gewählt. Sie bestand aus einem halbkreisförmigen Stück Stoff mit einer v-förmige Öffnung am Hals und war mit einer Kapuze versehen. Die Länge war variabel; für die Frauen reichte sie mindestens bis zu den Waden. Man trug sie über der Tunika, niemals jedoch über der Toga. Sie wurde sie von allen benutzt, nur die Sklaven durften sie nicht tragen.
Die Schuhe
Der Römer trug gewöhnlich zwei Arten von Schuhen, die sowohl für Männer als auch für Frauen gedacht waren. Es gab weder Winter- noch Sommerschuhe, weder Tages- noch Abendschuhe: es gab nur Schuhe, die zu Hause oder zum Gehen auf der Strasse benutzt wurden. Im Hause, sei es bei sich selbst oder bei anderen, trug der Römer die soleae, d.h. Sandalen, die von dünnen Lederbändern gehalten wurden, die auch zwischen den Zehen hindurchgeführt werden konnten. Da sie nurim Haus benutzt wurden, war es Aufgabe eines Sklaven, die soleae seines Herrn in das Haus zu tragen, dessen Herrschaften seinen Herrn zu einem Bankett eingeladen hatten. Es wurde als äusserst unschicklich erachtet, das Haus in soleae zu verlassen.
Die calcei waren die eigentlichen Schuhe des römischen Bürgers, d.h. diejenigen, die zur Toga getragen wurden. Sie bestanden aus Lederstreifen, die durch eine mit einer Schnalle geschmückte Lederzunge zusammengehalten wurden.
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