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Latein
XVII.I.MMIX  
1.
Die dritte Antwort:

Wie können Latein und Griechisch zum Erfolg im Beruf beitragen?

Das Lernen von Alten Sprachen fördert Eigenschaften, die für andere Schulfächer, das Studium und für den späteren Beruf wichtig sein können. Die Rede ist von der Analyse eines Problems, das zum Zweck der Übersichtlichkeit in seine Bestandteile zerlegt und nach der Klärung der einzelnen Komponenten wieder zu einem Ganzen zusammengefügt wird.

Diese Arbeitsweise ist Grundlage jeder Problemlösung, nicht nur der sprachlich-philosophischen, sondern auch der mathematischen, der juristischen oder naturwissenschaftlichen.

Zum Studienerfolg allgemein siehe auch die Resultate der Studie der ETH und EVAMAR II.

Prof. Dr. Ralph Eichler (Präsident der ETH Zürich)

"Mein Befund ist überraschend: Wer durch die erste Zwischenprüfung fällt, kann sich sprachlich zu wenig präzise ausdrücken. Das ist entscheidend, weil in den Naturwissenschaften - sicher viel stärker als in der Literatur - jedes Wort eine genaue Bedeutung hat. Dieses Textverständnis lernt man im Gymnasium in der Mathematik und den alten Sprachen. Wer Latein oder Griechisch hatte, ist oft auch an der ETH gut. Deshalb muss die nächste Maturareform die Kompetenz einer exakten Sprache stärker gewichten."

 

Prof. Dr. Konrad Osterwalder (Rektor der ETH Zürich)

"Analysen zeigten übrigens, dass die Noten der Maturität, speziell in Mathematik und Latein, den Erfolg in den ETH-Prüfungen recht gut voraussagten."

 

Christoph Mattle (Leiter des Amtes für Mittelschulen SG)

(im Zusammenhang mit dem Lehrgang "Wirtschaftsmittelschule mit Schwerpunkt Informatik")
Schülern, die ein Informatik-Studium an einer Universität anstreben, empfiehlt Mattle, eine Mathematik- oder Latein-Matura zu machen.

 

Prof. Dr. med. Felix Gutzwiller

"In der Medizin braucht es zunächst genaue Beobachtungen, präzise Begriffe und logisches Denken. Dies sind Vorbedingungen für Forschung, aber auch für Diagnose und Therapie. Notwendig ist ein derartiges Denken auch bei der Anwendung von hochtechnischen Verfahren oder aber beim Verfassen von wissenschaftlichen Texten für die englischsprachige Literatur."

"Das präzise Denken habe ich im Latein- und Griechischunterricht am Humanistischen Gymnasium gelernt. Darüber hinaus hat dieser Unterricht meine Sensibilität für die zunehmend wichtigere humanistische Dimension der Medizin geschärft."

 

Carl August Zehnder, Professor für Informatik, ETH Zürich

Unsere Gesellschaft erlebt gegenwärtig eine gewaltige Entwicklung der computergestützten Informationstechnik (offene, weltweite Datennetze, Multimedia, virtuelle Welten). Dabei bildet die Erarbeitung klarer Begriffe in präziser Sprache eine notwendige Voraussetzung, um beruflich an der Front der Entwicklung in Forschung und Praxis tätig zu sein.

Dies gilt auch in modernen Hightech-Bereichen und bei der Formulierung von Texten in der äusserst flexiblen englischen Sprache. Gelernt habe ich diese Präzision anhand von alten Sprachen, deren Sprachmechanik sich genau beobachten lässt: Latein und Griechisch.

Darum lohnt es sich, in der Schule Latein und Griechisch zu lernen.